Bereits zum vierten mal wurde heuer der Thayatal-Cup von der Freiwilligen Feuerwehr Raabs abgehalten. Auch die Wettkampfgruppe der FF Scheideldorf wollte hier die Saison ausklingen lassen.

 

Nach einer unspektakulären Saison und dem Wissen über die Stärke der anderen Bewerbsgruppen machte man sich ohne große Erwartungen zum Bewerb auf. Da nahezu alle namhaften Gruppen des Waldviertels anwesend waren, galt ein Platz unter den besten 10 als angestrebtes Ziel. Schließlich hatten Gruppen wie Gloden oder Moniholz sicher nicht ohne entsprechende Vorbereitung eine Anreise von nahezu 80km auf sich genommen.

Wie schon des öfteren im heurigen Jahr trat die Bewerbsgruppe der FF Scheideldorf in folgender Besetzung an:

 

GK Stefan Kampf  
MA Klaus Kaburek ME Simon Lindtner
ATF René Hartner ATM Jürgen Kaburek
WTF Roland Kaburek WTM Christoph Hartner
STF Hermann Kampf STM Manfred Rabl

 

OBI Schumacher und seine Kamerade hatten alles prima organisiert. Die Hauptbewerter Ganser und Bauer wie auch Bewerbsleiter Göth standen bereit. Und auch das Wetter war nahezu ideal.

 

Gegen 14:00 Uhr begann der erste Durchgang, dessen Zeiten aber noch nicht über das Ausscheiden entschieden, sondern nur für die Reihungen des ersten K.O.-Durchgangs herangezogen wurden.

In der Qualifikationsrunde konnte man mit 34,51 Sekunden die schnellste Zeit erringen und wurde somit vor Moniholz, Kleinschönau und Gschwendt auf Platz 1 gereiht.

Da leider eine ungerade Anzahl an Bewerbsgruppen am Start war, gab es für unsere Wettkämpfer keinen Gegner in der ersten Paarung und man musste alleine gegen die Uhr antreten. Zwar war man so automatisch für die nächste Runde qualifiziert, wollte dieses Freilos aber nicht ausnützen und ging konzentriert ans Werk.

 

Mit 35,17 Sekunden erreichte man die zweitbeste Zeit in diesem Durchgang und hatte sich somit auch ohne Freilos würdig für die nächste Runde Qualifiziert. Die folgenden Duelle setzten sich aus den 12 Siegern der K.O.-Duelle zusammen, die mit den 4 schnellsten Verlierern - ähnlich den Lucky Losern bei der 4-Schanzen-Tournee - ergänzt und gemäß ihrer Zeit gereiht wurden.

 

Es ergaben sich somit folgende Paarungen:

Gloden Grafenschlag*
Scheideldorf Gschwendt
Germanns* Rafings

Kleinschönau

Gastern*
Moniholz Rabesreith
Riegers 1* Sankt Marein
Riegersburg Merkenbrechts
Gerotten Groß Siegharts

* Lucky Loser

 

Beim Parallel-Bewerb gegen Gschwendt konnte man sich mit 33,15 Sekunden beim Angriff durchsetzen und war abermals Durchgangsschnellster. Allerdings gab es danach Ungereimtheiten, da anscheinend ein Tippfehler zu falschen Paarungen geführt hatte. So wäre die FF Gschwendt eigentlich Gegner der Gruppe aus Germanns gewesen und der Scheideldorfer Kontrahent wäre die Bewerbsgruppe Gastern gewesen.

Man entschied sich die Paarungen wie oben genannt auszutragen, aber dann die Zeiten der eigentlichen Gegner ins Verhältnis zu setzen und so die Sieger zu ermitteln.

Da unsere 33,15 Sekunden nicht unterboten wurden, war letztendlich die Reihung für uns zumindest egal und man wartete gespannt auf nächsten Duelle.

 

Beim mittlerweile vierten Angriff trat man gegen die Bewerbsgruppe aus Kleinschönau an - eine der schnellsten Gruppen aus dem Waidhofner Bezirk, die bei den bisherigen K.O.-Durchgängen auch immer weit vorne platziert war.

Mit 34,47 Sekunden konnte man sich auch hier durchsetzen und war wieder Durchgangsschnellster.

Die Halbfinalpaarungen lauteten nun Scheideldorf - Germanns und Moniholz - Gloden.
Wie schon oft bei K.O.-Bewerben zeigte sich wieder einmal, dass eine gewisse Routine von Vorteil ist, denn zweifelsohne zählen alle 4 Gruppen zu den erfahrensten im Waldviertel.

 

In diesem Durchgang konnte man mit 33,96 Sekunden wieder die schnellste Durchgangszeit erreichen und war über 6 Sekunden schneller als die Gegner aus Germanns. Dieser Vorsprung wäre auch noch genug gewesen, um die 5 Strafsekunden wegen Schleifens einer Kupplung zu verkraften, aber leider bekam man auch noch 10 Fehler, weil der Schlauchtruppführer bei "... Wasser Marsch!" die Hand nicht hoch genug gehoben hatte. In anbetracht der Tatsache, dass man bei etlichen Durchgängen noch viel schlampigere Armzeichen anderer Gruppen gesehen hatte, welche nicht geahndet wurden, eine besonders bittere Bestrafung!

 

Somit blieb gegen Gloden nur mehr der Kampf um Platz 3.

Hier erreichte man trotz Nachkuppeln eine Zeit von 36,57 Sekunden, aber leider wieder nicht fehlerfrei. Diesmal gab es 20 Strafsekunden, weil der Wassertruppführer anscheinend schon vor der Meldung "angesaugt!" den ersten Schritt vor die TS gemacht hatte. So blieb leider nur der 4. Platz. Germanns setzte sich im Finale gegen Moniholz durch.

 

Mit etwas gemischten Gefühlen begab man sich in das Festzelt. Ausgehend von den erhofften Top 10 war man mit Platz 4 eigentlich sehr gut ausgestiegen. In Anbetracht der Tatsache, dass man definitiv die konstanteste Leistung aller Gruppen gebracht hatte, war man doch nicht ganz zufrieden.

Als kleines Trostpflaster gab es zusätzlich zu dem Pokal für den 4. Platz noch einen zweiten für die schnellste Angriffszeit des Tages.

Und auch ein kleines Deja Vu gab es leider nach der Siegerehrung noch. Wie schon beim ersten Thayatal-Cup bei dem uns der Pokal für den 2. Platz zu Bruch ging, blieben heuer vom 4. Preis nur Scherben übrig. Vermutlich aufgrund eines Produktionsfehlers löste sich der obere Teil des Glaspokals und zerschellte am Boden. 2 kaputte Pokale bei drei Starts am Thayatal-Cup - eine Bilanz, bei der OBI Schumacher nur den Kopf schütteln konnte. Insgeheim dachte er vielleicht über Pokale aus Gusseisen für 2011 nach, da auch der Pokal der Bewerbsgruppe Gloden zu Bruch ging. "Glück und Glas - wie leicht bricht das" - gilt also auch bei Feuerwehrwettkämpfen.